Geschichte des Liestaler Stadtwappen
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Die bischöfliche Herrschaft (1305-1400) führte dazu, dass etliche Städte den Bischofsstab annahmen; wie Basel, Delsberg und Laufen, auch Olten führte zeitweise 3 Stäbe im Siegel bzw. als Wappen den blauen Stab in Silber. Liestal führte in Silber (Weiss) den roten Stab mit den 7 gotischen Krabben am Knauf und einen roten Schildrand. Der Schildrand ist eine Wappenminderung (Brisure, Beizeichen) gegenüber dem Bistumswappen, um jede Verwechslung auszuschliessen. Die Wappenscheibe im Rathaus Liestal aus dem Jahre 1583 belegt die Farben. Hier zeigt der Stab nach heraldisch links. Unter der Basler Herrschaft (1400-1832) wurde dieses Wappen auch für das Amt Liestal verwendet. Nach der Trennung beider Basel führt seit 1834 den Kanton Baselland dieses Wappen, allerdings ohne den roten Schildrand. Um eine Verwechslung mit dem Kantonswappen zu vermeiden, beschloss der Gemeinderat der Stadt Liestal am 23. November 1921, das seit 1407 bezeugte Siegelbild als zukünftiges Gemeindewappen zu übernehmen: Geteilt von Silber mit einem aus der Schildteilung hervorbrechenden roten Bischofsstab mit sieben Krabben (gotischen Verzierungen) und Rot. In der Stumpfschen Chronik von 1548 fehlen für das Amt Liestal die Krabben, die Richtung der Krümme gleicht aber der Wappenscheibe. Wurstisens Basler Chronik von 1580 bringt das Wappen wie in der Scheibe, allerdings mit 6 Krabben. In den Wappendarstellungen des 19. Jahrhunderts sind häufig um den Knauf frei schwebende Punkte oder Kügelchen angebracht, die eine Verballhornung des ursprünglichen Wappens bedeuten. Nach einer Überlieferung waren die gotischen Verzierungen als Hinweis auf die 7 Ämter der alten Landschaft oder auf die sieben zum Tode verurteilten Führer des Bauernkrieges von 1653 willkürlich gedeutet. Heitz stellt in seiner Untersuchung fest, dass die Zahl der Krabben nicht eindeutig ist; die Anzahl schwankt zwischen 4 (14. Jhrt.), 5 (Anfang 15. Jhrt.), 6 (Mitte 16. Jhrt.) und 7. Auch die Aussage, dass der Stab absichtlich diese (heraldisch gesprochen) Linkswendung mache, um dem ehemaligen Souverän den Rücken zu kehren, ist falsch, denn die Stellung der Krümme war nicht festgelegt. Suter bringt eine Wappenzeichnung des Jakob Rytter, Pfarrer von Liestal (1570-1611): das „redende“ Wappen des „Stedtlis“ zeigt über grünem Dreiberg in Silber zwei gekreuzte goldene Leuchter mit roten Flammen, da man annahm, der Name des Stedtlis bedeute „Licht“. Die Flaggenfarben sind weiss-rot. Häufig wird die quadratische Wappenflagge (Wappenbanner) gehisst. Literatur: Fritz Klaus: Heimatkunde von Liestal, Liestal 1970, S, 48-49 Paul Suter: Gemeindewappen von Baselland, Liestal 1984 (4. erg. Auflage), S. 105-108 Louis Mühlemann: Wappen und Fahnen der Schweiz, Lengnau 1991, S. 92 Die Gemeinden beider Basel und ihre Wappen, Verlag Ketty & Alexandre, Chapelle-sur-Moudon 1989, S. 103 Günter Mattern: Der Baselstab im Wappen, Teil II: Solothurn, Basel-Stadt und Basel-Landschaft, in: Baselbieter Heimatblätter, Liestal 1979, S. 360-368 August Heitz: Grenzen und Grenzzeichen der Kantone Baselstadt und Baselland, Liestal 1964, S. 79-86, 127-136
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